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Bitteschön, hier sind deine gekauften Follower.

Ich bin selten so richtig wütend. Heute aber schon und gleichzeitig furchtbar enttäuscht. Noch dazu muss ich mich auch noch fremdschämen. Für Kollegen und Bekannte und vielleicht sogar für Freunde – also die aus dem echten Leben. Die, die ich anfassen kann. Aber ich gebe zu, so manches Mal ist das gar nicht so leicht zu unterscheiden, oder?

Ich weiß, dass das Thema gekaufte Follower absolut nicht neu ist. Mir ist bekannt, dass dieser Markt boomt. Aber was im Moment passiert ist in etwa so wie damals bei Stern TV. Auf einmal konnte alle Welt sehen, woher die gekauften Fans bei Facebook stammten und dass bei so manch deutschsprachigen Blog oder Fanpage das Verhältnis mit deutschen und indonesischen Fans nicht mehr so ganz stimmte. Boom! In dieser Nacht wurden Betrüger entlarvt und sich in Scharen darüber empört.

Und nun? Die letzten Tage haben das Fass einfach zum Überlaufen gebracht. Bei mir persönlich, aber auch bei Personen aus meinem Umfeld. Ein Follower hier, ein Follower da und schwuuuups shoppst du dir deine Social Media Follower nach deinem Gusto zusammen! Applaus für so viel Selbstachtung und Feingefühl– not!

Manege-frei-deine-gekauften-Follower

Fans kaufen leicht gemacht.

Letztlich weiß ich aber gar nicht, was mich mehr aufregt. Das schamlose Verhalten zahlreicher BloggerInnen oder die naive Denkweise vieler Labels? Und klar, irgendetwas treibt die Menschen dazu, sich auf dieses Niveau herabzulassen und wer ganz ehrlich ist, wird sich in dunklen Momenten mit Sicherheit schon einmal gefragt haben, ob man nicht mit ein paar Klicks einfach mal etwas mogelt. Ganz schnell verworfen ist der Gedanke glücklicherweise in der Regel – denn Fans, Follower oder auch Freunde kaufen?  Dass so etwas nicht funktioniert und keinem etwas bringt ist wurde uns doch in der Schule schon gelehrt. Gummibärchen und Capri Sonnen-Bestechungen waren da zwar die weitaus harmlosere Methode, aber echte Freundschaften sind daraus doch nie entstanden. Und werden es auch nicht.

Gekaufte Follower- warum ist das so schlimm?

Ich könnte platzen vor Wut, denn die Selbstverständlichkeit die besagte Personen an den Tag legen und mit ihren gekauften Followern dealen kotzt mich an. Ja, ihr lest richtig und schwarz auf weiß. Doch was ist eigentlich mein Problem? Bin ich neidisch auf 60k Follower? Nein. Bin ich genervt davon, dass teils 12-jährige Mädels mit überbelichteten Fotos und einer riesigen gekauften Fanbase bessere Kooperationen bekommen, als wir mit unseren 2000 Instagram-Followern. Ja, hier liegt der Ursprung allen Übels. Denn diese Welt ist nicht real. Achja, apropo real. Ist da nicht auch gerade diese Aufregung um eine gewisse Essena O’Neil? Wenn ihr dazu etwas lesen möchtet, empfehle ich euch in jedem Fall den Beitrag von Chi von If I were Audrey.

Die InstagrambloggerInnen

Seit kurzem arbeite ich für einen Online-Shop im Social Media Bereich und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für unzählige Mails tagtäglich bei mir eintrudeln. Ohne Anrede, Punkt und Komma wird ganz unverschämt nach Produktsponsoring gefragt und der einzige Anhaltspunkt, den mir diese Personen nennen, weshalb eine Kooperation mit Ihnen so furchtbar toll wäre, sind ihre 60k (60.000) – Follower und ein Link zu ihrem Instagramaccount. Tatsächlich ist zwar fast kein Inhalt in Mails wie dieser, aber die 60k wird natürlich noch einmal in Klammern erläutert. Diese Mädels sind in der Regel zwischen 14 und 19 Jahre alt, posten die typischen Victoria-Secret Bodyspray, Triangl und whatever-Bilder, haben Fanzahlen im 5-stelligen Bereich und nennen sich Instagrambloggerinnen. Was zur Hölle ist das überhaupt?

Follower kaufen: wisst ihr nicht, dass das auffällt?

Jetzt kommen wir zum eigentlich interessanten Punkt – denn bis hierher fragt ihr euch sicher, was das eigentlich für Spekulationen sind, mit denen ich hier um mich schmeiße. Denn natürlich! Es gibt sie, die Personen mit Tausenden von echten Follwern, einem authentischen Profil und inspirierenden Bildern. Aber, und hier kommt der springende Punkt, es ist durchaus auffällig was ihr da draußen macht. Nicht, dass es mich großartig interessiert und ich die Zeit damit verbringe verschiedenste Profile zu stalken. Das ist nicht einmal unbedingt nötig. Sowohl ein unverhältnismäßig schneller Anstieg an Likes, sowie das Durchklicken durch die neuesten Abonnenten als auch ein zu schnell hochgeliktes Bild sind einfache Kennzahlen, die einen Verdacht meist bestätigen. Hinzu kommen unverhältnismäßige Engagement-Rates und ein genereller Blick auf das Profil.

Warum mich das in dieser nicht-realen Welt dennoch so enttäuscht? Das jene Social Media Profile mit surrealen Followerzahlen nicht nur zunehmen, sondern auch die Branche und die Freude daran kaputt machen. Hinzu kommen Kollegen, die man einst für besonders ehrlich hielt und sich auf einmal doch haben hinreißen lassen, mit der Masse zu schwimmen.

Für uns steht jedenfalls fest, dass uns sowas nicht in die Tüte kommt. Weder bisher, noch im hier und jetzt und erst recht nicht übermorgen. Allein das Gefühl, mit dem was man tut nur durch gekaufte Follower erfolgreich zu sein, würde uns nachts nicht mehr schlafen lassen. Lieber habe ich weniger Kooperationen mit Jenen, die unheimlich viel Wert auf hohe, wenn auch teils unechte, Fanzahlen Wert legen, als dieses Spiel mitzuspielen. Ich weiß, dass es manchmal nicht einfach ist fair zu sein, wenn die Mogelei so ganz nah vor unserer Nase liegt, aber am Ende reicht doch auch die Genugtuung, dass Lügen kurze Beine haben.

Wie denkt ihr über das Thema?

Hier findet ihr einen ähnlichen Beitrag zum Thema, der zeigt, dass wir mit unserer Meinung wohl den Zahn der Zeit treffen.

XOXO
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  • yourname

    Gerade Chi als Positivbeispiel zu erwähnen, finde ich auch nicht richtig. Ihre Follower mögen echt sein, aber Koops auf Instagram nicht zu kennzeichnen finde ich genauso schwach und darin ist sie ja ziemlich gut.
    Gekaufte Follower sind natürlich ein Problem und ich denke, Marketing-Agenturen tun schon vieles, um sowas auszuschließen. Instagram räumt ja auch ab und an auf und kümmert sich um das Problem. Ich finde es zwar auch unverschämt, aber schau ich Endeffekt doch lieber auf meine eigenen Sachen :)

    • Vielen Dank für deinen Kommentar – aus Respekt nenne ich weder Blogger als Positiv, noch als Negativbeispiel. Der Link zu Chi ist zum Thema Essena O’Neil – weil ich ihre Meinung diesbezüglich einfach teile.

      Aber ich gebe dir absolut Recht – Kooperationen sollten gekennzeichnet sein, um den Lesern Transparenz zu geben. Das Thema ist leider (!) genauso Post-füllend, wie der Followerkauf.

      Und klar, im Endeffekt – sollte man einfach darauf achten, dass man selbst so handelt, wie man es sich auch wünscht. Nichtdestotrotz ist es natürlich ärgerlich, wenn dann an anderer Stelle daraus Profit geschlagen wird.

      Viele Grüße, Ally

  • Ruhrstyle

    Was ich auch sehr schlimm finde und zwar gerade auf Instagram, dass Leute einem folgen und sofort erwarten, das man zurück folgt. Tut man dies nicht, sind diese Follower wieder weg. Einfach zum Kotzen!

    viele liebe Grüße und danke für den tollen Post

    Rebecca

    • Ja, da muss ich dir Recht geben – sowas ist absolut ärgerlich. Aber solange man selbst darauf achtet, nur denen zu folgen, deren Inhalte man gerne mag, setzt man zumindest schon einmal diesbezüglich ein Zeichen.

      Danke für deinen Kommentar!

  • Eva Langmayr

    Ich kann euch nur in jedem Punkt zustimmen. Es ist unfair und einfach nicht real! Ich habe trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das mit der Zeit (Gott sei Dank) immer mehr Firmen checken! Nicht um sonst fordern seriöse Unternehmen mittlerweile Mediakit und co an! Zahlen und Fakten werden immer eine große Rolle spielen. Doch irgendwann werden diese 15-jährigen-60k-Instagrambloggerinnen mit ihren gerade einmal 200 Likes pro Bild (eh nicht auffällig oder so) auffliegen!
    Finde es trotzdem sehr gut und wichtig, dass diese Tatsache auf Blogs angesprochen wird!!!! Toller Beitrag:)

    Alles Liebe,

    Eva von http://www.bitsandbobsbyeva.com

    • Vielen Dank, liebe Eva! Wir drücken jedenfalls die Daumen :)

  • Rina

    No more words to say!
    Ich hoffe -und glaube!-, dass sich diese Fake-Szene im nächsten Jahr ziemlich überholen wird. Man merkt ja jetzt schon an der Stimmung, dass das nicht mehr das Gelbe (oder wohl passender: weiße) vom Ei ist. Also tippe ich mal, dass der Trend definitiv rückläufig wird und aalglatte Bilder und Profile nicht mehr gern gesehen werden – das wird dann die Stunde der realen Accounts :)
    Ich bin also ganz deiner Meinung. :)

    Liebste Grüße

    Rina von Adeline und Gustav

    • Wir hoffen jedenfalls mit! Danke für deinen Kommentar, liebe Rina!

  • Sehr schöner Artikel, ich sehe es genau so wie ihr. Irgendwann fliegt man mit solchem Bullshit immer auf und am Ende ist es nur noch peinlich. Ich kann euch auch nur zustimmen, darüber wie verkommen die Bloggerbranche dadurch wirkt und wie unseriös das Verhalten auf beiden Seite (Firmen die sich auf solche Zahlen blind verlassen und Blogger, die sich damit hochschlafen) ist.

  • Martin Meyer

    Ganz ehrlich? Mir ist das inwzischen egal. Wenn die Firmen zu dusselig sind zu sehen, dass gewisse Profile aus größtem Teil gekauften Followern bestehen, dann ist es halt so…ich bin zufrieden mit meinen Followern unter 2000 und schätze vielmehr den ehrlichen Austausch, freudige ANgebote sich auf einen Caipi am Strand zu treffen wenn ich in Rio bin, oder Anfragen zum Kaffee in Amsterdam. Das ist das, was ich wirklich schätze. Lass den Rest einfach machen…

    • Da hast du vollkommen Recht – aber manchmal bringt es das Fass einfach zum Überlaufen und in solchen Momenten entstehen dann diese Art von Beiträgen! ;)

      Liebe Grüße und Hut ab vor so viel Gelassenheit!