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#insideout: Fair produzierte Baumwolle?

14. Juni 2014   Alexandra Winzer  Thoughts

„Wo kommt eigentlich unsere Kleidung her?“ Eine Frage mit der sich in Deutschland mittlerweile fast jeder schon einmal befasst hat. Nachdem im letzten Jahr die große „Ragna Plaza“ Tragödie in einer Näherei in Bangladesh geschah und die Medien erstmals zu einem etwas intensiveren Blick in die südöstlichen Länder bewegte, wurde in diesem Jahr weltweit der Fashion Revolution Day gefeiert, über den wir hier auch berichteten. Als studierte Bekleidungstechnikerin bin ich natürlich froh, wenn ein Thema, mit dem der Mensch eigentlich jeden Tag in Berührung kommt, mehr Aufmerksamkeit bekommt. Doch ich bin noch längst nicht zufrieden. Denn entgegen vielleicht vieler Gedankengänge fängt die Produktion schließlich nicht dort an. Die Textile Kette hat ihren Ursprung ganz woanders – in den Rohstoffen, aus denen erst einmal die Stoffe produziert werden müssen. Zu großen Teilen beginnt sie auf den Baumwollfeldern, zumindest wenn wir von Naturfasern reden.

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Neben den Weltmarktführern China und Indien im Bereich der Baumwollproduktion steht die USA mit Cotton (engl. für Baumwolle) USA an dritter Stelle. Während in Indien und China vom Kleinkind zur Großmutter jeder an der äußerst anstrengenden Baumwollernte beteiligt ist, die Transparenz für die Unternehmen fehlt und demzufolge das Preisniveau vergleichsweise niedrig ist, schreibt Cotton USA es sich auf die Stirn nun Transparenz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu zeigen. Genau auf dieses Thema möchte ich heute näher eingehen und vielleicht eine kleine Diskussion anregen, um unterschiedliche Gesichtspunkte zu beleuchten.

Die USA, vor allem die Südstaaten, sind kein unbeschriebenes Blatt, wenn man an Themen wie Menschenwürde und Sklaverei denkt. Jahrelang prägte die Klassengesellschaft die Felder der Vereinigten Staaten und kostete viele Tränen und schreckliche Schicksale. Nichtsdestotrotz gehört dieser Zustand, einiger mutiger Aufständischer sei Dank, nun der Vergangenheit an. Cotton USA möchte die Qualität der Baumwolle in ihren Anbaugebieten steigern und dabei ökologisch, gesundheitsfreundlich und sozial agieren. Auch die Ansprüche und Wünsche der Konsumenten ändern sich. Ein weiterer Grund auf fair produzierte Baumwolle umzurüsten.


For Those Who Care (Copyright: Cotton USA/PR) & Around The World with Cotton USA

Sehr interessant ist übrigens auch, dass Baumwolle in den Vereinigten Staaten als Lebensmittel eingestuft ist und demnach unter strengen Auflagen und Kontrollen liegt. Der Grund dafür ist, dass man aus Baumwolle längst nicht mehr nur Kleidung herstellt, sondern mittlerweile auch verschiedene Salat- und Kochöle, teilweise sogar Tiernahrung. Derzeit wird zudem an dem sogenannten Ultra-Low Gossypol Cotton geforscht, dass es vielleicht sogar möglich machen wird, Baumwollsamen für den direkten menschlichen Verzehr vorzubereiten und so als eine weitere wichtige Proteinquelle für den Menschen gebrauchbar zu sein.

Ich finde die Bemühungen der US-Baumwolle sehr ambitioniert und ich hoffe, dass mehr Unternehmen sich Gedanken über Transparenz, Nachhaltig und soziale Bedingungen machen. Momentan macht laut Allen A. Terhaar, Senior Advisor Cotton Council International, zertfizierte organische Baumwolle weniger als fünf Prozent der weltweiten Baumwollproduktion aus. Eine Zahl die sich ändern muss und die sich ändern kann.

Was sagt ihr zu den Bemühungen von Cotton USA? Ich freue mich auf eure Meinungen!

Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Cotton USA.

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